fern von nah, lichtinstallation

fern von nah

Eisfabrik Hannover, 11.10.- 8.11.2020

Die Ausstellung „fern von nah“ widmet sich dem Thema menschlicher Grenzen und Ausgrenzung. Ein Thema, das seinen Anfang zu Beginn der Menschheitsgeschichte in der Steinzeit nahm und sich in den vergangenen Jahren bildstark in unserer Wahrnehmung manifestierte.

Zusammen mit Studierenden des Fachbereichs Architektur entwickelt der Lichtbildhauer Franz Betz eine Lichtinstallation für die weisse Halle der Eisfabrik in Hannover. Aus Materialien wie Metallgittern und Gummischläuchen sowie dem Einsatz von Licht formen Anna Pape, Mara Piel und Marvin Letmade zusammen mit dem Künstler dreidimensionale Raumobjekte.

Den Besucherinnen und Besuchern wird es durch die Dreidimensionalität der Installation ermöglicht, verschiedene Betrachtungspunkte einzunehmen und so ihre persönliche Perspektive zu finden.  Zentrales Objekt im Raum ist eine Glutsonne, die nicht als Wärmespender, sondern als reines massives Lichtelement den Raum bestrahlt. Durch Einbauten aus Metallgitter unterteilt sich der Raum und schafft eine künstliche Grenze. Gummiobjekte kontrastieren die gesamte Installation und bilden Inseln in der statischen Welt der Lichtgitter.

Die Gemeinschaftsarbeit von Franz Betz aus Hannover mit der Künstlerin Birte Hölscher aus Worpswede künstlich generierte Bilder einer künstlichen Intelligenz. Fotos aus Überwachungskameras von isländischen Webcams dienen einem künstlichen Netzwerk als Grundlage zur Erschaffung eigener Bildwelten.

Es entstehen Landschaftsabstraktionen, die die Lichtphänomene, den Wechsel von Tag und Nacht und die Leere isländischer Landschaften neu interpretieren.

Über allem schwebt ein Klangteppich der Musikerin Masha Kashyna, die aus realen Tonfragmente und digitalen Elementen die unterschiedlichen Raumstimmung verknüpft.

f-io-kino bei kunst im kino


„die leinwand zerspringt. fragmentierte bauteile auf dem boden. zerfetzte inhalte vergessener filme, dramen, komödien, blockbuster. zusammenfügen. montage zu einem raumobjekt. ein mobile oder doch eine schwebende diva?“

in einem gemeinschaftsprojekt erwecken 14 hannoveraner künstler das seit 1982 leerstehende kino am steintor zu neuem leben. mit dabei ist lichtbildhauer franz betz, der f-io teamskulpturen in spannendem kontext inszenieren wird.

wir laden sie herzlich ein zur vernissage von Kunst im Kino am freitag, 5. mai, die von denise m’baye um 19 uhr eröffnet wird. die ausstellung können sie auch am 6. und 7. mai besuchen.

infos zur installation

aus den bauteilen des skulpturenbaukastens „f-io“ fertigt der lichtbildhauer franz betz skulpturen, die den raum neu definieren. dabei bindet er die anwesenden menschen ein. eine konzeptionelle und partizipative arbeit, in welcher der künstler sich für den moment der montage zum assistenten macht, nicht wertend, sondern helfend und neugierig, was aus seinem baukasten und den beteiligten menschen alles möglich ist.

ort der ausstellung

adresse: münzstraße 3/4 in 30159 hannover.
mit dem öffentlichen nahverkehr: haltestelle „steintor“.
[googlemaps https://www.google.com/maps/embed?pb=!1m18!1m12!1m3!1d608.9262277970435!2d9.730768788148461!3d52.37577051744837!2m3!1f0!2f0!3f0!3m2!1i1024!2i768!4f13.1!3m3!1m2!1s0x47b074bb40d45513%3A0xb609fc9a07c9c371!2sM%C3%BCnzstra%C3%9Fe+3%2C+30159+Hannover!5e0!3m2!1sde!2sde!4v1491813264215&w=600&h=450]

licht und schatten im WerkStattHaus

 

der werkbund nord präsentiert zum werkbundtag die rauminstallation “licht und schatten”. ein beitrag, der die vielfältigkeit des werkbundes zeigen soll und mit einer freien künstlerischen arbeit den prozess kreativen schaffens aufzeigt.
die installation des lichtbildhauers franz betz vermisst den raum neu. lichtbuchstaben aus dem skulpturenalphabet ‘alphabetz’ markieren die achsen xyz mit einem freien architektonischen strich. wandelemente gleichen bauplänen und stadtsilhouetten zugleich. ein abstrakter raum des planens, entwerfens und verwerfens entsteht.
zusammen mit den entwürfen der werkbundstadt berlin zu sehen
bis 27.11.2016, do-so 16-19h
werkstatthaus (1.og)
quedlingburger straße 11
10589 berlin
mehr dazu: werkbundtag.berlin

leine de lights

leine_de_lights_keyvisual
foto: samuel henne

Die Stadt Hannover schmückt sich mit einer schwimmenden Kunstlichterkette am Rathaus für den bevorstehenden 775. Stadtgeburtstag.
Wie an einer riesigen Perlenkette aufgezogen erhellen unzählige Lichtpunkte den Maschteich. Als Geburtstagsgeschenk an die Hannoveraner/-innen bilden sie einen echten Hingucker und laden zum Verweilen im Park. Die schwimmende Linie symbolisiert zum einen als Zeitstrahl die 775 Jahre Stadtgeschichte, zum anderen steht sie für das Moment, über das sich eine Stadt faktisch definiert, die Stadtgrenze – die freilich in steter Veränderung und Erweiterung begriffen ist.
Analog zur Idee der Perlenkette wird die schwimmende Lichtlinie mittels elektronischer Steuerung glänzen und aufblitzen, die Lichtpunkte können aufeinander zulaufen und sich wieder entfernen. Im Zusammenwirken mit dem sanften Schaukeln der schwimmenden Objekte entsteht so eine Spannung zwischen der Strenge der Linie, die in minimalistischen Schwarz-Weiß gehalten ist, und verschiedenartigen Bewegungsmomenten.
Mehrere Hörstationen rund um das Ufer ergänzen die Installation und ermuntern die Besucher, sich die Installation und das neue Rathaus aus neuen Perspektiven zu betrachten.
Die für den Stadtgeburtstag erstellten Kompositionen des Berliner Klangkünstlers F.S.BLUMM werden mit Klängen aus dem hannoverschen Stadtraum ergänzt – die Umgebungsgeräusche vor Ort treten zwangsläufig hinzu: Im Umrunden des Maschteichs wird somit eine zweite Erfahrungsebene eingezogen, die sowohl tagsüber als auch nachts ganz neue – und sehr verschiedene – Hör-Erfahrungen mit der eigenen Stadt ermöglicht.
Außerdem sollen die Partnerstädte zum Stadtgeburtstag einbezogen werden. Sie werden gebeten eine Flasche Luft für die Befüllung der Reifen zu schicken, auf denen die Lichter installiert sind. Eine von der Künstlergruppe eigens gebaute Apparatur wird die Luft aller Partnerstädte und die Luft aus Hannover mischen und in die Schläuche füllen.
Die Eröffnung von leine de lights erfolgt am Vorabend der Feierlichkeiten zum Stadtgeburtstag, am Sa, 25.6.2016 um 22.30 Uhr zur Nacht der Museen.
Wir feiern sozusagen rein – mit der Kunst!
Präsentationszeiten: täglich 12 bis 24 Uhr, vorraussichtlich zu sehen bis 24. Juli!
• Klang: 12 bis 24 Uhr / Licht: nach Einbruch der Dunkelheit bis ca. 24 Uhr
• Führungen finden jeweils freitags abends um 21 Uhr statt.
Beteiligte:
• Franz Betz, TrafoLab Lichtkunstlabor, Hannover (Projektleitung und Licht)
• Claudia Pahl, feinkost lampe, Hannover (Konzept, Klang)
• Dr. Jürgen Rink, Chefredakteur c’t Digitale Fotografie, Hannover (Konzept, Technik)
• Klangkomposition: F.S.BLUMM, Berlin
• Koordination im Auftrag der Landeshauptstadt Hannover: Anne Prenzler, Kulturbüro

luminale 2016: mystische licht-klang-installation im nebbienschen gartenhaus


 
„Licht und Schatten“
Lichtbildhauer Franz Betz berauschte durch seine Kombination von Musik, Literatur und bildende Kunst die Sinne zahlreicher Besucher der Luminale 2016.
Mitte März fand in Frankfurt am Main die mittlerweile achte „Bienale des Lichts“ statt. Die Veranstaltung schafft mit seinen vielen experimentellen Konzepten, Installationen und Kunstwerken eine einzigartige Plattform für die Darbietung von Lichtkunst. Insbesondere die Interaktionen zwischen Künstlern, Installationen und Besuchern, werden zu besonderen Erlebnissen.
Eingeladen vom Künstlerclub Frankfurt präsentierte Franz Betz in diesem Rahmen seine Rauminstallation „Licht und Schatten“ im Nebbiensche Gartenhaus. Ein mit Schriftzeichen installiertes Wechselspiel von Neon, Nebel, Schattenrissen und Lichtprojektion. So vermaß Betz mit den Zeichen x/y/z seines „Alphabetz“ den Gartenpavillion.
Als vierte Dimension zu den kartesischen Koordinaten x/y/z, war die Uraufführung der Komposition „Lichträume“ von Christopher Brandt zu hören. Der Komponist und Musiker kombinierte Klangquellen zu Klangräumen und erweiterte damit das Bewusstsein der Gäste um eine vierte Klangdimension.
Der klassizistische Pavillon inmitten der Finanzmetropole, gehört zu den geheimnisvollsten Orten Frankfurts und passt deshalb perfekt zu dem Titel der Rauminstallation. Mithilfe einer Nebel- und Windmaschine wurde das Licht gleichsam eingefangen und wieder befreit. Dadurch entstand eine mystische Atmosphäre, die den über 1.000 Besuchern ein Gefühl der Unendlichkeit gab.
Zum Auftakt veranstaltete der Künstlerclub eine Matinee mit Andrea Wolf, begleitet von Christopher Brandt auf der E-Gitarre. Passend zum Thema „Licht und Schatten“ gab die bekannte Schauspielerin eine Lesung mit Texten, Liedern und Gedichten.
iGuzzini, ein angesehener Förderer der Lichtkultur sowie bekannter italienischer Hersteller von Architekturleuchten, sponserte in diesem Zusammenhang das spezielle Beleuchtungssystem für das Werk „Licht und Schatten“.
Zu guter Letzt entführten die E-Gitarristen Steffen Ahrens und Tenny Flavio Virzi alle Anwesenden für eine Weile aus der Gegenwart. Kompositionen für E-Gitarren und Elektronik sorgten somit für den perfekten Abschluss der Installation.
 

"kronleuchten"

herzliche einladung ins schloss.
am 4.12. startet die lichtinstallation „kronleuchten“ im schlosshof in schloss landestrost in neustadt am rübenberge.
um 16h wird die installation am kastanienbaum in betrieb genommen.
kronleuchten_einladung-final

Am Anfang war das Wort

franzbetz

„Lutherlounge“ im EKD-Kirchenamt
zur Langen Nacht der Kirchen am 19. September 2017
18-23hHerrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover

Installation des Lichtkünstlers Franz Betz
„Am Anfang war das Wort“

Christliche Symbolik lebt vom Licht. Nach biblischem Schöpfungsbericht war Gottes erste Handlung bei der Welterschaffung: „Es werde Licht!“ (1. Mose 1,3).

Im Neuen Testament wird Jesus als „Licht der Welt“ bezeichnet: „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8,12).

Nicht überraschend also, dass Licht in der christlichen Architektur eine wichtige Rolle spielt: frühe christliche Kirchen sind nach Osten, zum Sonnenaufgang hin ausgerichtet, filigrane gotische Kirchen mit ihren großen bunten Fenstern künden ebenso von einer verheißenen himmlischen anderen Welt, machen sie sinnlich erfahrbar.

Licht begegnet uns heute viel profaner in unserem technisierten Alltag. Stets verfüg- und steuerbar.  Notwendig als Licht- und Wärmespender, als Transporteur von Informationen, als Lesemedium von Datenträgern oder gar zum Schneiden. Oder zum Belichten von Fotos oder Druckplatten in der modernen Drucktechnik. Licht bezaubert uns: Rhythmische  Leuchtreklamen jagen um Aufmerksamkeit in geschäftigen Großstädten – leuchtende Displays und Bildschirme suggerieren uns wichtige weltweite Vernetzung auf Mobiltelefonen und Computern.

Der vielfältigen Bedeutungen Licht ist sich der Lichtbildhauer Franz Betz (Jahrgang 1963) aus Hannover bewusst und er setzt sie künstlerisch um.  Das Kulturforum im Kirchenamt der EKD hat ihn eingeladen, das vor rund 30 Jahren erbaute Foyer dieses kirchlichen Verwaltungsgebäudes zur „Langen Nacht der Kirchen“ am 19. September 2014 lichtkünstlerisch als „Lutherlounge“ zu interpretieren. Was das Architekturbüro Axel Schultes (u.a. auch Kanzleramt Berlin) in zeitlos großzügiger Formensprache für den Zusammenschluss aller evangelischen Landeskirchen entworfen hat, bietet mit seiner voluminösen Schiffssymbolik und den vielen Fenstern Raum und Fläche. Hier hinein zaubert Betz seine dreidimensionalen Arbeiten.

Dabei verbindet der Künstler das Licht mit dem für die christliche Botschaft elementaren Wort aus dem  Johannes-Evangelium: „Am Anfang war das Wort“ (Johannes 1,1). Es begleitet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit ihren Gliedkirchen sowie vielen anderen Akteuren aus Politik, Kultur und Tourismus gemeinsam durch die Themenjahre der Reformationsdekade auf dem Weg zum Jubiläumsjahr 2017, in dem an den 500. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag in Wittenberg am 31. Oktober 1517 erinnert wird.

Mit neuester LED-Technik und Projektoren deutet Betz das Überlieferte, hinterfragt es und interpretiert es neu in der künstlerischen Freiheit seiner eigenen Handschrift. Dazu hat er mit seinem „Alphabetz“ ein spielerisch eigenes Vokabular des Lichts geschaffen. Diese 26 Leuchtbuchstaben sind die Bausteine einer Sprache, die ihr Geheimnis vordergründig (noch) gewahrt hat und doch entzifferbar ist.

Ohne Licht, Sprache und deren Überlieferung ist christliche Religion nicht denkbar. Die Bibel wäre nicht jedermann zugänglich geworden ohne die vorherige Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Bleilettern durch Johannes Gutenberg. Diese Technik ermöglichte erst die Kommunikation und Diskussion von Luthers theologischen Erkenntnissen in aller Welt.

Genau hier setzt der Künstler Franz Betz in seiner eigenen Sprache an und tritt in Dialog mit dem christlichen Glauben und christlicher Theologie. Dabei lädt er uns als Betrachter ein, aus anderer Perspektive scheinbar alt Bekanntes neu zu betrachten, zu reflektieren und zu entdecken.

Christian Weisker

Programm (u.a. Talk von Margot Käßmann mit Gästen)

Kirchenamt der EKD
Herrenhäuser Straße 12
30419 Hannover

www.ekd.de
www.luther2017.de

"Der Lichtkünstler Franz Betz" von Peter Rautmann

Der Lichtkünstler Franz Betz
von Peter Rautmann
Franz Betz zeichnet, malt, bildhauert mit Licht. Natürlich war Licht schon immer als Motiv in der zweitausendjährigen Geschichte der europäischen Kunst von Bedeutung, aber eine neue Qualität entsteht, als künstliches Licht, vor allem das elektrische Licht, seinen Siegeszug in der Beleuchtung des privaten wie öffentlichen Raums antritt. Bereits die Weltausstellung von 1900 in Paris gab sich als Lichterfest mit prächtigen Illuminationen, Paris wird zur Stadt des Lichts. In den europäischen Großstädten wie Paris, London oder Berlin, aber auch in New York begann mit den Lichtreklamen die Nacht zum Tage zu werden, auch in bedrohlicher Weise. Die im 1. Weltkrieg zum Schutz vor Fliegerangriffen entwickelten starken Flakscheinwerfer suchten des nachts den Himmel über den Großstädten ab, ehe sie der NS-Architekt Albert Speer für seine nächtlichen Lichtdome beispielsweise im Olympiastadion 1936 in Berlin entdeckte. Heute sind die Häuserfassaden gänzlich hinter den animierten Leuchtwänden der großen Straßen und Plätze, wie auf dem Piccadilly Square in London oder auf dem Times Square in New York verschwunden.
Auch die Kunst entdeckt die Möglichkeiten des künstlichen Lichts. Derjenige, der mit als Erster das Licht als Material für die Kunst wahrnahm, war der aus Ungarn stammende Bauhaus-Meister László Maholy-Nagy. Als Lichtmedium war ihm natürlich der Film wichtig, über das er ein Bauhaus-Buch herausgab; er experimentierte aber auch mit den Möglichkeiten des Photogramms, Alltägliches in geheimnisvolle Hell-Dunkel-Dingwelten zu verwandeln. Mit seinem „Lichtrequisit“ von 1930, einer mobilen Konstruktion aus Metallscheibenformen, undurchlässig oder perforiert, und rechteckigen Drahtgerüsten, aufgestellt in leeren Räumen, gelang ihm ein sich stetig veränderndes Lichtspiel, in dem das Licht – und die Schatten – die entscheidende Rolle spielt: Das Licht wird zum Akteur. Und wenn die nächtlichen Plätze der Großstädte von den Lichtreklamen verwandelt werden, kann eine sich einmischende Kunst nicht auf Darstellungsmöglichkeiten an solchen öffentlichen Orten verzichten, wie es die amerikanische Künstlerin Jenny Holzer zeigt, wenn sie den Werbetexten und -bildern verfremdende der Kunst entgegensetzt, die uns zum Nachdenken anregen sollen, wie beispielsweise ihre Aphorismen („truisms“), die sie 1982 auf eine LED Leuchttafel des Times Square projizierte.
Franz Betz nennt sich selbst Lichtbildhauer. Traditionell stellen wir uns unter einem Bildhauer jemanden vor, der mit Hammer und Meißel, vielleicht auch mit einer Schleifmaschine oder Kettensäge hantiert, je nachdem, ob Stein oder Holz sein Material ist. Arbeitet man mit Licht, hat die anscheinend paradoxe Bezeichnung „Lichtbildhauer“ dennoch einen prägnanten Sinn, geht es ihm doch in seinen Arbeiten mit Licht nicht um flache, zweidimensionale künstlerische Produkte, sondern um dreidimensionale, auf Körpervolumen oder Raumambiente abzielende Arbeiten.
An der Grenze zwischen zwei- und dreidimensionalen Werken sind seine Lichtkästen angesiedelt, deren Vorderseite in leuchtenden, abstrakt-geometrischen Farbfeldern mit  hoher Lichtintensität erstrahlen – wie es früher die farbigen Fenster der Kathedralen taten,  nun aber ohne religiöse Botschaft, in klaren Formen und großer Heiterkeit. Vorreiter einer solchen ästhetischen Verwendung von Lichtkästen ist der kanadische Künstler Jeff Wall, der von Lichtkästen mit Werbebotschaften im öffentlichen Räumen unserer Großstädte ausging, seinerseits diese aber für alternative Themen, beispielsweise über die indigene Bevölkerung Amerikas, nutzte. In Betz‘ Lichtkästen erstrahlen mehrperspektivische Räume von großer Tiefe, abstrakte, von Menschen gesetzte, freie Ordnungen.
Auch einem mit der Minimal Art in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts bekannt gewordenem Lichtkünstler wie dem Amerikaner Dan Flavin ging es um Lichträume. Flavin arbeitete noch mit starren Leuchtstoffröhren, die er rechtwinklig zusammenstellte, vor allem in die Raumwinkel leerer Räume, diese mit Licht akzentuierend, so dass ihr Licht sich in den Kanten sammelte und ein wunderbares Raumlicht abstrahlte. Solche gebündelte Röhren mit weißem Licht verwendet Betz in leeren, White-Cube-Räumen, aber auch solchen, die nicht leergeräumt sind, sondern noch ihren funktionalen Charakter, z.B. Abstellräume, bewahren.
Mit der neuesten LED-Technik haben sich Leuchtröhren entwickelt, die quasi beweglich geworden sind zu Lichtschläuchen, die frei beweglich sich im Raum führen, tragen lassen. Das starre Kastensystem einer vorgestanzten Form ist der Beweglichkeit einer Handschrift gewichen. So ist es nicht verwunderlich, vielmehr konsequent, wenn Franz Betz analog zu der Grundlage europäischer Schrift, dem Alphabet, ein solches Vokabular des Lichts gestaltet: das Alphabetz. Seine 26 Leuchtbuchstaben sind die Bausteine einer Sprache, die ihr Geheimnis (noch) bewahrt haben, wie einstens die Hieroglyphen Ägyptens, ehe es dem Franzosen Jean-François Champollion gelang, sie zu entziffern. Und wir Augenmenschen des 21. Jahrhunderts werden durch stete Übung auch bald in der Lage sein, das Betz‘sche Alphabet zu entziffern. Gelegenheit hierzu hatten die Hannoveraner bereits: Ein Buchstabe erleuchtete für Monate das städtische Wahrzeichen Hannovers – die  große, öffentliche Uhr am Kröpcke in der Vorweihnachtszeit 2012. Ihr gläsernes Gehäuse zeigte kein Pendel, sondern ein leuchtendes Schriftzeichen, welches den Mittelpunkt der Stadt markierte.
Die Beweglichkeit der Lichtschläuche kann auch in reale Bewegung überführt werden, so wenn die kürzlich verstorbene Performance-Künstlerin Ursula Wagner bei einem mit Franz Betz konzipierten Lichttanz-Projekt in der Marktkirche Hannover eine Performance aufführte, die der Bedeutung des sakralen, ansonsten dunklen Raums mit abstrakten Gesten und Bewegungen nachspürte. Die Gesten aus Licht verdichteten sich von Zeit zu Zeit zu lesbaren Zeichen in der christlichen Tradition – wie etwa dem Kreuz -, um sich zugleich wieder in offene Bewegungen aufzulösen. Begleitet und akzentuiert wurde die Performance darüber hinaus von einem Trio mit neuer Musik. Bereits 2010 hatten beide ihre Lichtperformance zu der in Frankfurt am Main stattfindenden Luminale vorgeführt, eine erneute Einladung 2012 konnte nicht mehr realisiert werden.
Wofür stehen die Lichtzeichen, die Franz Betz gestaltet? Wenn er abstrakt-expressive Lichtzeichen in Drahtkäfigen einschließt, wie beispielsweise in den „die vermessung der lichtlinie“ betitelten Arbeiten, entsteht ein Dialog zwischen Begrenzung, Grenzziehung und deren Überschreitung; Dialoge, die den Betrachter einbeziehen; sie können um die Vorstellung von Freiheit kreisen, eine Vorstellung, die sich an der Sichtbarkeit von Grenzen reibt. Es zeigt sich hier und in den anderen angesprochenen künstlerischen Arbeiten, dass es dem Lichtbildhauer um eine künstlerische Sprache des Lichts geht, er ihre Dimensionen ausloten, unbekannte Räume aufspüren möchte. Franz Betz hat sich auf den Weg gemacht, entdeckt neue Passagen und Räume und lässt uns an seinen Entdeckungen teilhaben.
Peter Rautmann
Hannover, den 11. 10. 2013

f-io black

 
 
„f-io black“, 5-tlg, mdf, 140x100x80cm
f-io-black

vorabversion katalog lichtkunst 06-12

lichtkunst_titelgrafik
nach sichten meiner fotobestände habe ich mich entschlossen einen katalog der lichtkunstprojekte von 06-2012 zu publizieren.
eine erste bilddauswahl ist getroffen, objekte aus dem skulpturenalphabet „alphabetz“ befinden sich darunter, rauminstallation aus dem kunstlabor „j3fm“. aktuelle projekte wie die türsteher/museumswärter aus „strich-code“ oder die lichtinstallation „ganga water flow“ von den wintergärten haben ebenfalls ihren platz gefunden.
an den texten und bildunterschriften wird noch gearbeitet, auf den einleitungstext von prof. peter rautmann freue ich mich besonders.
gerne stelle ich die vorabversion für meine blogleser zur verfügung, wer zu den einzelnen projekten noch fotos beisteuern kann, melde sich bitte bei mir.
franzbetz_katalog_lichtkunst_06-2012
schon jetzt gilt mein besonderer dank an die fotografen:
sandra wille, vom berge, rolf kolbien, frîa hagen, antje krispin, andreas ochsmann, uwe gravert, christof zwiener.

wintergärten, ganga water flow

franzbetz_wintergaerten_ganga-water-flow_2012_0009
 

die lichtinstallation „ganga water flow“ ist in der güntherstr. 11 zu sehen. weitere arbeiten erwarten sie in den vorgärten der güntherstrasse, hannover in der ausstellung wintergärten – h2o noch bis ende januar.

strich-code / präsenz in der hands off bar

hier die zeiten, an denen ich in den nächsten tagen in der table dance bar (reitwallstr. 6, hannover) für fragen und etikettieren zur verfügung stehe:
z.b. heute von 15-17h

 

saatchi online: 100 Curators 100 Days

Discover emerging artists from around the world. Each day at 12am (pst), we will reveal a new collection of 10 works, selected by top curators from the most prestigious museums and galleries.
Today with „eruption 3“ by Franz Betz.
Many thanks to Gulsen Bal choosing my artwork.
www.saatchionline.com/art-collection/Installation/100-Curators-Collection

Gulsen Bal

Director and Head of Development of Projects and Programmes
Open Space – Zentrum für Kunstprojekte
Vienna, Austria
Gulsen Bal is the Director and Head of Development of Projects and Programmes at Open Space – Zentrum fr Kunstprojekte in Vienna. Bal has curated many exhibitions, published articles, participated in talks and held workshops in various places and venues in Europe as well as in the UK and Turkey. For more info: http://www.openspace-zkp.org

lines to go / kunstleitfaden

Kunstleitfaden „Lines to go“  auf der LIGNA+ HANNOVER

– „A, B, D, G, H, I, L, P, R, S, V, W“ bilden Netzwerk aus Schrift und Skulptur für LIGNA+ Besucher
_________________________________________________________

In Zusammenarbeit mit dem hannoverschen Bildhauer Franz Betz hat die Deutsche Messe AG das neue Kunstkonzept „Lines to go“ für die LIGNA+ HANNOVER 2005 (02. bis 06. Mai 2005) entwickelt.

Ein Netz aus 16 Holz-Licht-Skulpturen bildet Wegpunkte, ist Orientierung und Anregung zugleich. Die Buchstaben „A, B, D, G, H, I, L, P, R, S, V, W“ aus dem von Betz entwickelten Skulpturenalphabet schaffen Identifikation mit den jeweiligen Sponsoren und sind als grüne Neonbuchstaben weithin sichtbare Zeichen.
[slideshow]
Das Kernthema der LIGNA+ findet sich in den bis zu vier Meter hohen Holzstelen. Sägefrische Holzbohlen aus Esche, Eiche und Ahorn zeigen den authentischen Beginn von Holz mit Rissen und Lagerungspatina. Die Weiterverarbeitung zu Furnier, OSB und Wabenplatten zeigen das Ende des Werkstoffzyklus von Holz.

Die rote LED-Laufschrift am Skulpturenfuß ist Signatur und Standortbestimmung zugleich. Die Codierung des Standorts und die bandartige Aufreihung aller Wegpunkte vedeutlichen auf neue Weise den Gedanken des so geschaffenen LIGNA+ Netzwerkes.

Folgende Aussteller und Sponsoren von „Lines to go“ haben jeweils gemeinsam mit Franz Betz eine oder mehrere Holzskulpturen, die als Zeichen für ihr Unternehmen stehen, entwickelt.

B . Brandt Kantentechnik Gmbh
D . Dieffenbacher GmbH + Co. KG
G . GreCon Greten GmbH & Co. KG
H_W . Heinrich Wemhöner GmbH & Co. KG
H_G . Homag Holzbearbeitungssysteme AG
I_L . Deutsche Messe AG
P . ProWood Stiftung
S . Schuko H. Schulte-Südhoff GmbH
S . Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG
V . VDMA-Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen
W_A . Wilhelm Altendorf GmbH & Co. KG
R . Die Ausstellung „Holz in Künstlerhand“

Nach Veranstaltungsende nehmen die Skulpturen ihren jeweiligen Platz in den Unternehmen der Sponsoren ein. Durch die Internationalität der LIGNA+wird der Kunstleitfaden „Lines to go“ so immer weitere Kreise ziehen und Zeichen für die gesamte Branche setzen.
links zu den sponsoren:
b . brandt kantentechnik gmbh [·]
d . dieffenbacher gmbh + co. kg [·]
g . grecon greten gmbh & co. kg [·]
h_w . heinrich wemhöner gmbh & co. kg [·]
h_g . homag holzbearbeitungssysteme ag [·]
i_l . deutsche messe ag [·]
p . prowood stiftung [·]
s . schuko h. schulte-südhoff gmbh [·]
s . siempelkamp maschinen- und anlagenbau gmbh & co. kg [·]
v . vdma-fachverband holzbearbeitungsmaschinen [·]
w_a . wilhelm altendorf gmbh & co. kg [·]

"weiss beschleunigt"


fotodokumentation „weiss beschleunigt“
leuchtstoffröhren, windmaschinen, holzbank, fahne

die vermessung der lichtline


in loser folge werden hier die lichtinstallationen dokumentiert.
hier „die vermessung der lichtline“ drahtgitter, lighttubes, spanngurte, fixiereinheiten

"wo" zeitraffern in 1.22

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=W61ebu4Xu-E&fs=1&hl=de_DE&color1=0x3a3a3a&color2=0x999999]

“wo” am 19.11.2010 bei j3fm

"wo", rauminstallation franzbetz„wo“
rauminstallation
die grenze beschäftigt den bildhauer franz betz; in material, licht und konzept.
gitterboxen, lichtskulpturen und sein projekt alphabetz, grenzen tauchen auf und verschwinden in unschärfe.
mit der installation „wo“ für den raum von j3fm experimentiert er mit dem weg zur grenze hin und dem ziel des betrachters. „wo“ als innewohnende frage, als pfeil den bogen verlassend, zwei buchstaben für die bewegung im augenblick.
eröffnung: 19.11.2010, 19h
einführung: christine behler
musikalische improvisation: klaus wössner
ort: kunstraum j3fm, kollenrodtstr. 58b, 30163 hannover, www.j3fm.de
ausstellungsdauer: 19.11. – 12.12.2010
öffnungszeiten: fr 19-20:30, stg 14-16h